Whisky trinken

Wenn Ihr das richtige Glas gefunden habt, kann es endlich losgehen. 2 oder 4 cl (nicht zu verwechseln mit 0,2 oder 0,4 l, das ist nur was für Fortgetrunkene!) einschenken und dann:

  • Die Farbprobe
    Das Glas gegen das Licht halten und intelligente Kommentare wie „Ah, Sherry-Fass!“ oder „Oh, nicht gefärbt!“ abgeben oder einfach die Klappe halten.
  • Aromen lösen
    Das Glas langsam im Kreis schwenken. Die Aromastoffe werden gelöst, die Schwebestoffe gleichmäßig verteilt.
  • Die Riechprobe
    Den Riechkolben über die Öffnung des Glases halten und einatmen. Nicht erschrecken und vor lauter Husten das kostbare Nass verschütten! Das macht keinen guten Eindruck.
  • Die Geschmacksprobe
    Jetzt ja nicht „ex und hopp“! In kleinen Schlucken trinken und den Whisky dabei kurz im Mund lassen, damit die Geschmacksknospen der Zunge ihre Arbeit verrichten können.

Im Ernst: Wie so vieles ist Whisky Geschmackssache. Schon das Belauschen von Weinproben sogenannter Kenner kann recht lustig sein. Verkneift Euch beim Whisky vermeintliche Fachwörter und beschreibt wenn ihr wollt einfach das, was ihr schmeckt. Als humorvolle Vorlage seien dabei die Geschmacksnotizen der Scotch Malt Whisky Society genannt, die durchaus mal „Dr. Jeckyll & Mr. Hyde“, „Frittenbuden“ oder „Orangenöl auf einem Kälteschutzanzug“ lauten können. Die vielen Hinweise in Fachpublikationen, Büchern zum Thema und den diversen Communities und Online-Shops können als Richtlinien für eigenen Tastings dienen.

Eiswürfel

… haben in Single Malt Whisky nichts zu suchen! Single Malt Whisky wird in Zimmerwärme getrunken, nur so kann er seine einzigartigen Duftstoffe entwickeln und abgeben. Eiswürfel kann man allenfalls in Whisky-Cocktails oder Blends oder amerikanischem Whiskey und seinen Artverwandten verwenden. Dort können sie dem Geschmack bzw. der Weichheit (sprich dem Verwässern) durchaus zuträglich sein.

Wasser

Gerade bei Whisky in Cask Strength kann es sein, dass der hohe Alkoholgehalt die Aromastoffe unangenehm überlagert. Dann ist es legitim, den Whisky mit Quellwasser oder ersatzweise stillem(!) Mineralwasser auf die übliche Trinkstärke zu verdünnen. Als Richtwert gilt dabei ein Verhältnis von 1/3, also ein Teil Wasser auf drei Teile Whisky. Ein Cask Strength von 60% wird damit auf rund 45% reduziert. Für genauere Erklärungen fragen Sie Ihren Arzt oder Lebensmittelchemiker …

In einschlägigen Fachgeschäften und Whisky-Shops gibt es neben schottischem Quellwasser in allen Flaschengrößen auch kleine Wasserkrüge mit passendem Aufdruck zur Whiskymarke. Wenn schon, denn schon! Natürlich tut es auch jedes andere stille und möglichst weiche Quellwasser, z.B. Volvic oder Evian. Manche nehmen auch einfach nur Leitungswasser, bei hartem Wasser empfiehlt sich die Verwendung eines Filters.

Das Magazin Der Whisky-Botschafter hat dazu mit Prof. Walter Schobert und anderen einen Workshop unter dem Titel Ein Schuß für mehr Genuß durchgeführt und Kombinationen verschiedener Whiskies und Mineralwässer durchprobiert.

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