Angels Share

Während der langen Lagerzeit reagiert der Whisky nicht nur mit dem Fass, sondern verdunstet auch durch dessen Wand. Alkohol verdunstet schneller als Wasser, wodurch sich der Alkoholgehalt des Whiskys pro Jahr um durchschnittlich 0,5-2% verringert.

Der Grad der Verdunstung hängt dabei neben der Dichtigkeit des Fasses von der verwendeten Holzart, ihrer Verarbeitung sowie den Umständen der Lagerung ab: je höher die Warehouses der Destillerie liegen, desto höher ist auf Grund des niedrigeren Luftdrucks die Verdunstung. Je feuchter die umgebende Luft ist, z.B. in der Nähe des Meeres, desto geringer ist die Verdunstung.

Der verdunstende Anteil wird als „Angels Share“, also der Anteil der Engel bezeichnet. ein schottisches Sprichwort behauptet denn auch, dass Schotten keine Probleme damit hätten, in den Himmel zu kommen – sie haben ihr Eintrittsgeld ja bereits entrichtet!

Was die Engel nach der Lagerzeit übrig lassen, ist durch den geringeren Alkoholanteil weicher geworden. Trotzdem bezeichnet man es nicht zu unrecht als Cask Strength.

Ein Schluck für die Engel

Die Geschichte mit dem Angels Share hat den britischen Filmemacher Ken Loach zu dem gleichnamigen Film inspiriert. Ein junger Schotte kommt mit dem Gesetzt in Konflikt und erweist sich während seiner Bewährungszeit als Naturtalent in Sachen Whisky. Der Film hat ziemlich gute Bewertungen bekommen und ist als DVD oder Blu-ray erhältlich: