Brennen

Das durch das Maischen gewonnene „Bier“ wird nun in die „pot stills“, die Brennblasen gefüllt. Den Namen erhielten die Brennblasen durch ihre charakteristische, wenn auch von Brennerei zu Brennerei unterschiedliche Form. Früher wurden dazu einfache Kupferkessel (Töpfe = pot) verwendet, die eine Form irgendwo zwischen Birne und Zwiebel hatten.

Auch heute noch sind die Brennblasen aus Kupfer. Das Kupfer reagiert während der Destillation mit Sauerstoff und den in der Maische enthaltenen Bestandteilen und trägt somit entscheidend zum Geschmack des Endprodukts bei. Das geht so weit, dass beim ab und an fälligen Austausch einer Brennblase das alte Modell inklusive aller Dellen nachgebaut wird, um ja keine Abweichung beim Ergebnis zu bekommen.

Allgemein gilt: Hohe und schlanke Brennblasen (z.B. bei Glenmorangie) geben einen leichteren, kleine und dicke Brennblasen (z.B. bei Lagavulin) einen schwereren Whisky.

Die Maische wird nun zweimal, in den Lowlands und in Irland oft dreifach in hintereinander geschalteten Pot Stills gebrannt. Der erste Brennvorgang in der sog. „wash still“ ergibt die „low wines“ mit einem Alkoholgehalt von ca. 23%, der zweite Durchlauf in der „spirit still“ dann das endgültige Destillat mit ca. 70%. Man unterscheidet dabei noch zwischen dem „foreshot“ (Vorlauf) und den „feints“ (Nachlauf), die beide nicht verwendet werden. Den Teil dazwischen, also den späteren Whisky richtig zu erwischen liegt in der Verantwortung und im Können des Brennmeisters.

Das Destillat wird im „spirit safe“ aufgefangen, einem vom Zoll verplombten Glasschrank, der über Hebel von außen zu bedienen ist. Erst nach Freigabe durch den Zollbeamten kann dann die Abfüllung in die Fässer erfolgen.

 

 

Wer es bis hierher durchgehalten hat, wird nach so viel trockenem Text mit einem multimedialen Link-Tipp zur Whisky-Herstellung belohnt:

Eine virtuelle Whisky-Brennerei mit 15 Gebäuden lädt zum Besuch ein