
Die meist schöne goldene Farbe erhält der Whisky durch seine lange Reifung in Eichenholzfässern. Reift er in einem Sherryfass nach, so wird er rötlich.
Denkste. Das alles trifft nur zum Teil zu. Die Mehrzahl der Whiskys ist selbst nach langer Reifezeit eher blaßgold. Und um einen blutroten Farbton anzunehmen, muss man schon Sherry zusetzen. Das Fass alleine reicht dazu kaum aus. Zudem ist die Farbe von Fass zu Fass verschieden, auch durch das übliche Zusammenmischen mehrerer Fässer ist kaum ein einheitlicher Farbton zu erreichen.
Der Käufer erwartet aber, dass sein Markenwhisky immer die selbe Farbe hat. Die meisten Whiskys sind daher gefärbt. Das geschieht durch die Zugabe von Zuckerkulör (Karamell). Die zugegeben Mengen sind dabei so gering, dass keine geschmackliche Veränderung eintritt.
Eigentlich muss das auch auf dem Etikett vermerkt sein. Das Fehlen eines solchen Hinweises ist aber noch lange keine Garantie, dass eine Färbung nicht stattgefunden hat. Pflicht ist die Angabe nur in Deutschland, viele Schotten wissen daher gar nicht, dass Ihr Nationalgetränk meistens "geschönt" ist.
Trägt das Etikett aber die Aufschrift "Cask Strenght" oder "Non Chill Filtered" oder handelt es sich um einen Whisky mit Jahrgangsangabe, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass unerwünschte Eingriffe in Geschack und Farbe unterblieben sind.